Vasovasostomie / Refertilisierung des Mannes: Einleitung

Das Wort Refertilisierung kommt aus dem Lateinischen und steht für Wiederfruchtbarmachung bzw. Wiederherstellung der Fruchtbarkeit. Refertilisierung oder Refertilisation beim Mann bezeichnet somit die Sterilisationsumkehr, also das Rückgängigmachen der Vasektomie (Vasektomie = Sterilisation des Mannes). Die am meisten angewandte Methode ist hierbei die Vasovasostomie. In Deutschland lassen sich jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Männer vasektomieren. Es entscheidet sich fast jeder Zehnte in den Jahren nach dem Eingriff dazu, eine Refertilisierung vornehmen zu lassen.

Der häufigste Grund hierfür ist in der Regel ein erneuter Kinderwunsch, der meistens im Zuge einer Veränderung der Familiensituation bzw. unter veränderten Lebensumständen entsteht. Es können aber auch Erkrankungen - wie bspw. Entzündungen der Samenleiter, die die Durchlässigkeit der Samen durch Vernarbungen oder Verkleben verhindern, zur Vasovasostomie führen. Ein weiterer (aber eher seltener) Indikator zur Operation sind mögliche Fehlbildungen, die bereits angeboren sind.

Ob die Durchführung der Refertilisierung beim sterilisierten Mann den gewünschten Erfolg mit sich bringt, liegt vor allem am Alter der Partnerin, aber auch daran, wann die vorhergehende Vasektomie stattfand. Die Erfolgswahrscheinlichkeit steigt, wenn die Vasektomie bzw. Sterilisation des Mannes noch nicht so viele Jahre zurückliegt. Auch gibt es keine Garantie dafür, dass es nach einer Vasovasostomie zu einer Schwangerschaft kommt. Die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit liegt bei ca. 70 bis 75 %, wenn der Zeitraum der Sterilisation weniger als 3 Jahre her ist, und ca. bei 30 %, wenn eine vorherige Vasektomie bereits um die 15 Jahre zurückliegt. Da sich das Gewebe erst wieder erholen muss, kann nach der Vasovasostomie ein Zeitraum von ungefähr 6 Monaten bis zu einem Jahr vergehen, ehe eine mögliche Schwangerschaft eintreten kann. Eine grundlegende Voraussetzung dafür ist natürlich auch die Fruchtbarkeit der Partnerin.

Vasovasostomie: Das Ziel

Mit einer Vasovasostomie wird das Ziel verfolgt, die Durchgängigkeit der getrennten Samenleiter wiederherzustellen, so dass Spermien ins Ejakulat gelangen können. Das wird erreicht, indem die meist vorher durch eine Vasektomie durchtrennten Samenleiter wieder miteinander verbunden werden.

Diese Methode gilt als erfolgsversprechender Eingriff, um einen bestehenden Kinderwunsch nach einer bereits durchgeführten Sterilisation zu ermöglichen. Hierbei handelt es sich um eine mikrochirurgische Operation, die einen erfahrenen und feinfühligen Urologen erfordert, da die Samenleiter nur einen Durchmesser von weniger als 3 mm haben, der Kanal zum Spermientransport nur 0,3 bis 0,5 mm!

Während des Eingriffes wird geprüft, ob die Durchgängigkeit der Samenleiter und ein ausreichender Spermiengehalt gegeben sind. Bei positivem Befund werden die Samenleiter zusammengeführt. Ist keine ausreichende Durchgängigkeit gegeben, wird das obere Ende des Samenleiters mit dem Nebenhodenkanälchen verbunden. Hierbei spricht man von der Tubulovasostomie.

Vasovasostomie: Risiken & Komplikationen

Prinzipiell ist zu erwähnen, dass beim Wiederherstellungsverfahren durch Mikrochirurgie eine vorerst positive Umkehrung der Sterilisation durch eventuelle wiederkehrende Vernarbungen erneut zum Verschluss der Samenwege führen kann.

Trotz der sehr aufwendigen Operationstechnik gilt die Vasovasostomie aufgrund des minimalinvasiven Eingriffs als risikoarm. Mögliche Komplikationen nach der Operation können sein:

  • Infektionen
  • Störungen der Wundheilung
  • Nachblutungen
  • Abszesse
  • Nebenhodenentzündungen
  • Schwellungen
  • entstehende Blutergüsse

Allerdings kommt dies bei weniger als 5 % der Patienten vor, kann jedoch eine Nachbehandlung durch den Arzt erfordern. Trotzdem bleibt es eine Operation und es kann keine Risikofreiheit garantiert werden. In sehr seltenen Fällen kann die Vasovasostomie auch zum Verlust von einem oder beiden Hoden führen.

Vasovasostomie: Die Kosten

Da es sich bei der Refertilisierung nach einer vorangegangenen Vasektomie um einen Eingriff handelt, der auf eigenem Wunsch stattfindet, werden die Kosten im Allgemeinen nicht von den Krankenkassen übernommen. Eine Kostenübernahme der Operation kann nur genehmigt werden, wenn der Eingriff aufgrund einer Erkrankung vorgenommen werden muss. So kann bspw. der Verschluss oder die Vernarbung der Samenleiter durch eine Entzündung entstehen oder es kann sich um eine angeborene Fehlbildung handeln.

Die Kosten variieren je nach Methode (Vasovasostomie oder Tubulovasostomie) zwischen 2.000 Euro - 6.000 Euro und können sich je nach Operateur und deren Kostenaufstellungen unterscheiden. Wird vom Patienten ein stationärer Aufenthalt gewünscht, kommen die Krankenhauskosten noch hinzu. Zu den Kosten zählen u.a. das aufklärende Beratungsgespräch inklusive der vorher benötigten Untersuchungen, die Anästhesie (Vollnarkose ...), die Operation und die Nachsorge im Anschluss an die Operation.